Mittwoch, Februar 14, 2007

Tongariro Crossing

Wow, die Anstrengung hat sich gelohnt. Franz wäre sicherlich begeistert gewesen und hätte die Strecke in 1-2 Stunden weniger geschafft. Startpunkt ist Mangatepopo Carpark auf ca. 1100m. Die ersten Kilometer der Strecke bis Soda Springs starten gemächlich mit nur geringer Steigung und gut begehbarem Untergrund. Nach vielleicht 1h erreiche ich Soda Springs (eine heiße Quelle). Ab hier ändert sich das Profil dramatisch. Es geht wesentlich steiler aufwärts und der Untergrund besteht aus mehr oder weniger rutschigem Geröll. Mehrfache Pausen mit Abkühlung des Pulses und Flüssigkeitszufuhr sind angesagt. Am Ende des Aufstiegs wird man durch einen phänomenalen Blick auf den South Crater belohnt. Die ganze Zeit im Hintergrund wacht der Mt. Ngauruhoe (auch als Mt. Doom im Film Herr der Ringe bekannt). Erstmalig steigt auch Dampf aus Spalten auf und in der Luft hängt ein fauliger Geruch. Von hier aus wäre jetzt auch ein Aufstieg auf den Mt. Ngauruhoe möglich, ich kapituliere jedoch. Für mich sieht der Berg unbesteigbar aus. Der Anstieg beträgt meines Erachtens wenigsten 60% und scheint im Zoom der Kamera betrachtet auch aus losem Gestein zu bestehen. Einige Leute wagen es trotzdem. Es geht jetzt ein Stück abwärts durch eine mit Geröll bedeckte Ebene um dann hochmal beim Anstieg zuzulegen. Glücklicherweise ist der Weg aber trittfester als der erste Anstieg. Endlich erreiche ich den Red Crater auf ca. 1900m. Der Ausblich ist einfach genial. Vielleicht 200m unter uns die Emerald Lakes, welches farblich grünblau dreinblicken, etwas höher gelegen zur linken Seite der wesentlich größere Blue Lake (wobei mir unklar ist, wo der Name herkommt, blau schimmern tut er jedenfalls nicht, sieht eher "schwarz" aus). Weit rechts unten neben den Emerald Lake der gut erkennbare Red Crater. Jetzt geht es sehr rutschig abwärts zu den Emerald Lakes. Entgegen meiner Vermutung ist das Wasser nur mäßig warm. Jetzt geht es nochmals leicht aufwärts am Blue Lake vorbei. Danach ist der Abstieg auf 750m zum Ketahahi Carpark angesagt. Die besten Reize der Natur habe ich aber hinter mir. Auf halben Wege zum Ziel komme ich noch an den Ketehahi Springs vorbei. Diese liegen aber auf privatem Land und dürfen nicht betreten werden. Trotzdem kann man den Dampf natürlich sehen. Das Gelände ändert sich auf dem Weg zurück total innerhalb kurzer Zeit. Von Geröllebene in eine mit niedrigen Pflanzen bewachsene Berglandschaft und schließlich in einen Regenwald. Nach 17,5 Km und ca. 7 Stunden bin ich dann am Ziel und der Bus der mich an den Start gebracht hat, bringt mich auch wieder zurück. Leistungsmäßig würde ich das ganze mit der 130 Km Radetappe vergleichen. Jedenfalls fühle ich mich ähnlich.

Mal sehen wie ich mich morgen fühle. Wollte mich aufs Rad schwingen und die Ohakune Mountain Road befahren. Die führt aus der Stadt bei ca. 690 m auf über 1900 m und das auf ebenfalls ca. 17 Km. Es geht dabei in Richtung des Mt. Ruapehu (mit 2797 m der höchste Berg auf der Nordinsel und auch jetzt noch mit Schnee bedeckt). Im März ist da übrigens ein Wettbewerb über die Strecke. Der Rekord liegt bei 52 Minuten. Udo, dass wäre sicherlich was für Dich.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Meine Güte Jörg,
du erlebst dort Sachen, WAHNSINN!
Ich finde es erstaunlich, wie gewissenhaft du dieses Weblog führst. Hör bloß nicht auf damit! Ich finds superinteressant und macht Laune deinem Beispiel zu folgen...
Weiterhin VIEL VIEL SPAß!
Liebe Grüße aus Hannover
Torsten

Unknown hat gesagt…

Also dieser Trip war wirklich eines der Highlights auf der Nordinsel. Dann ingesamt gesehen bietet doch die Südinsel mehr an Natur und noch soviel Autoverkehr.