Wow, die Anstrengung hat sich gelohnt. Franz wäre sicherlich begeistert gewesen und hätte die Strecke in 1-2 Stunden weniger geschafft. Startpunkt ist Mangatepopo Carpark auf ca. 1100m. Die ersten Kilometer der Strecke bis Soda Springs starten gemächlich mit nur geringer Steigung und gut begehbarem Untergrund. Nach vielleicht 1h erreiche ich Soda Springs (eine heiße Quelle). Ab hier ändert sich das Profil dramatisch. Es geht wesentlich steiler aufwärts und der Untergrund besteht aus mehr oder weniger rutschigem Geröll. Mehrfache Pausen mit Abkühlung des Pulses und Flüssigkeitszufuhr sind angesagt. Am Ende des Aufstiegs wird man durch einen phänomenalen Blick auf den South Crater belohnt. Die ganze Zeit im Hintergrund wacht der Mt. Ngauruhoe (auch als Mt. Doom im Film Herr der Ringe bekannt). Erstmalig steigt auch Dampf aus Spalten auf und in der Luft hängt ein fauliger Geruch. Von hier aus wäre jetzt auch ein Aufstieg auf den Mt. Ngauruhoe möglich, ich kapituliere jedoch. Für mich sieht der Berg unbesteigbar aus. Der Anstieg beträgt meines Erachtens wenigsten 60% und scheint im Zoom der Kamera betrachtet auch aus losem Gestein zu bestehen. Einige Leute wagen es trotzdem. Es geht jetzt ein Stück abwärts durch eine mit Geröll bedeckte Ebene um dann hochmal beim Anstieg zuzulegen. Glücklicherweise ist der Weg aber trittfester als der erste Anstieg. Endlich erreiche ich den Red Crater auf ca. 1900m. Der Ausblich ist einfach genial. Vielleicht 200m unter uns die Emerald Lakes, welches farblich grünblau dreinblicken, etwas höher gelegen zur linken Seite der wesentlich größere Blue Lake (wobei mir unklar ist, wo der Name herkommt, blau schimmern tut er jedenfalls nicht, sieht eher "schwarz" aus). Weit rechts unten neben den Emerald Lake der gut erkennbare Red Crater. Jetzt geht es sehr rutschig abwärts zu den Emerald Lakes. Entgegen meiner Vermutung ist das Wasser nur mäßig warm. Jetzt geht es nochmals leicht aufwärts am Blue Lake vorbei. Danach ist der Abstieg auf 750m zum Ketahahi Carpark angesagt. Die besten Reize der Natur habe ich aber hinter mir. Auf halben Wege zum Ziel komme ich noch an den Ketehahi Springs vorbei. Diese liegen aber auf privatem Land und dürfen nicht betreten werden. Trotzdem kann man den Dampf natürlich sehen. Das Gelände ändert sich auf dem Weg zurück total innerhalb kurzer Zeit. Von Geröllebene in eine mit niedrigen Pflanzen bewachsene Berglandschaft und schließlich in einen Regenwald. Nach 17,5 Km und ca. 7 Stunden bin ich dann am Ziel und der Bus der mich an den Start gebracht hat, bringt mich auch wieder zurück. Leistungsmäßig würde ich das ganze mit der 130 Km Radetappe vergleichen. Jedenfalls fühle ich mich ähnlich.
Mal sehen wie ich mich morgen fühle. Wollte mich aufs Rad schwingen und die Ohakune Mountain Road befahren. Die führt aus der Stadt bei ca. 690 m auf über 1900 m und das auf ebenfalls ca. 17 Km. Es geht dabei in Richtung des Mt. Ruapehu (mit 2797 m der höchste Berg auf der Nordinsel und auch jetzt noch mit Schnee bedeckt). Im März ist da übrigens ein Wettbewerb über die Strecke. Der Rekord liegt bei 52 Minuten. Udo, dass wäre sicherlich was für Dich.
Mittwoch, Februar 14, 2007
Vom Kaitoke Regional Park nach Ohakune
So, bin dann am Dienstag Morgen gleich gegen 8 Uhr los. Das Bad gestern ist ausgefallen, da es am Abend nochmals richtig kräftig geregnet hat. Eigentlich wollte ich ja das Bad heute Morgen nachholen, aber in der Nacht hat es dann aufgeklart und es war ziemlich kalt am Morgen. Richtig herbstlich von den Temperaturen (ich schätze nicht viel mehr als 5°). Bin dann den SH2 ein Stück zurück gefahren Richtung Wellington um dann via SH58 auf den SH1 Richtung Norden zu wechseln. Der SH1 führt eine Zeitlang direkt an der Küste entlang, die sich hier Kapiti Coast nennt (wegen der gleichnamigen vorgelagerten Insel). Nördlich von Paraparaumu besuche ich ein super interessantes Oldtimer Museum. Die Ausstellungstücke sind echt toll (beizeiten lade ich mal wieder Bilder hoch). In Te Hora fahre ich vom SH1 ab zum Strand. Ich bin ganz allein und nutze die Gelegenheit zum Baden in der Tasman Sea. Ist erst 11:30 Uhr und ich denke ich habe genug Zeit und sonne mich noch ein bisschen. Gegen 13:30 Uhr geht es dann weiter. Kurz vor Otaki halte ich an einem Café an (Hyde Park Café :-) und esse erstmal einen richtig fetten Burger. Weiter geht es nach Whanganui, wo ich gegen 16:30 eintreffe. Eigentlich wollte ich ja hier ein paar Tage bleiben und eine mehrtägige Kanu- oder Kajak Tour machen. Im Visitor Center erfahre ich jedoch, dass die Touren von Whanganui kein Anbieter startet. Ok, also fahre ich von Whanganui auf dem SH4 weiter nach Ohakune. Für die nicht viel mehr als 120 Km brauche ich mehr als 2 Stunden. Die Straße windet sich auf und ab und ist ziemlich schmal. Habe die Hand immer am Schaltknüppel. Und einige Foto Stopps sind natürlich auch dabei. So gegen 19:30 Uhr bin ich dann endlich da und vergeude nochmals 15 Minuten mit der Suche nach dem Holiday Park, wo ich mich die nächsten Tage ablegen wollte. Endlich da, buche ich gleich für den Mittwoch ein Shuttle für den Tongariro Crossing Walk. Das sind 17 Km die zwischen den Vulkanen Mt. Tongariro (1967m) und Mt. Ngauruhoe (2287m) vorbeiführen. Darauf muß ich mich jetzt noch vorbereiten (passende Kleidung zurechtlegen, Rucksack mit Wasser befüllen usw. ). Es geht bereits um 7:30 Uhr los und der Marsch soll relativ anstrengend sein.
Ridge Track
Heute ist also Wandern angesagt. Der Ridge Track führt von Te Marua in die Pakuratahi Forests. Mangels Transportmöglichkeit muss ich also den Rückweg auf dem selben Weg zurücklegen. Eine Richtung soll 3h dauern. Beim Abwaschen am Morgen begegne ich aber einem Mitarbeiter des Park Rangers und der bietet mir an, mich zum Startpunkt des Tracks in Te Marua zu fahren. Ich nehme dankend an. Ursprünglich wollte ich nur leicht bekleidet losziehen, aber der Himmel hat sich im Laufe des frühen Morgens immer mehr bezogen und so packe ich Regenhose und Jacke ein. Gegen 9:50 Uhr bin ich am Startpunkt und wandere los. Zum Glück habe ich heute auf die Sandalen verzichtet und Wanderstiefel angezogen. Der Tack weist doch einige sehr schlammige Abschnitte aus und die Schuhe sehen auch entsprechend aus. Am Gipfelpunkt des Tracks existiert ein kurzer Seitenweg zu einem Lookout mit einer hervorragenden Sicht auf das Upper Valley und die Stadt Upper Hut. Zwischendurch zeigt sich auch immer mal wieder die Sonne und in mir steigt der Optimismus, dass ich am Nachmittag baden kann. Schneller als gedacht bin ich gegen 12:20 bereits zurück und bereite ein paar Sandwiches vor. Das Wetter hält sich dann doch nicht an meine Wünsche und es beginnt leicht zu regnen. Nun gut, ich lese weiter in dem Sachbericht "Am schönsten Ende der Welt" von Dieter Kreutzkamp, wo der Dieter die Erfahrungen einer Radreise durch Neuseeland per Rad und mit dem Pferdewagen beschreibt. Das Buch ist sehr anregend und ich bin gegen 15:30 fertig (vielen Dank Lou für das Buch). Jetzt muss ich aber noch irgendwas unternehmen. Also nehme ich mein Rad und fahre den Track Richtung Hutt Forks/Water Collection Area. Das habe ich auch nicht besser gewusst. Der Anstieg ist schlimmer als zu Beginn der Crowns Range beim Verlassen von Arrowtown. Beim Schieben zeigt der Tacho nichtmal die üblichen 5 Km/h an. Nach 30 Minuten schieben bin ich endlich am Gipfel angekommen und recht naßgeschwitzt. Der Weg zurück ist leider auch nicht viel einfacher. Ich muss beim Bremsen in die vollen gehen und das geht ganz schön auf die Handgelenke. Nun ja, trotzdem komme ich ohne Schrammen gegen 17:30 wieder zurück. Auch wenn das Wetter nicht danach ist, werde ich wohl noch ein Bad im Hutt River wagen.
Morgen geht es dann weiter nach Wanganui und wenn es denn klappt, werde ich eine 2 tägige Kajak Tour auf dem Whanganui River machen.
Morgen geht es dann weiter nach Wanganui und wenn es denn klappt, werde ich eine 2 tägige Kajak Tour auf dem Whanganui River machen.
Von Wellington zum Kaitoke Regional Park
So, jetzt haben wir also Sonntag Morgen und ich verlasse Wellington. Zum Glück gibt es in Johnsonville (einem Vorort Wellingtons) einen Woolworth 24/7 Supermarkt und ich kann mich mit einigen fehlenden Nahrungsmitteln eindecken. Die Fahrt in den Kaitoke Regional Park dauert gerade mal so eine Stunde und ich bin gegen 9:30 Uhr bereits da. Auf dem Campground ist durchaus einiges los, offensichtlich ist der Park sehr beliebt bei den Wellingtoner für Wochenendausflüge. Da die Sonne scheint pflege ich bis in die Mittagszeit erstmal meine Bräune. Danach geht es nach ein paar leckeren Sandwiches auf zum Wandern. Der Wald hier ist wie an der Westküste Regenwald. Sehr schön sind auch die Erklärungen, die teilweise an den Bäumen angebracht sind. So sind z.B. die Wurzeln, die sich an manchen Bäumen von der Spitze bis zum Boden um den Stamm gelegt haben gar nicht zu dem Baum gehörig, sondern gehören einem Schmarotzer. Mittendrin zieht der Hutt River seine Bahnen und auch die Location die im Film Herr der Ringe für das Set von "Rivendell" herhalten musste, ist hier zu finden. Allerdings gehört schon sehr viel Phantasie dazu, die Stelle zu erkennen, denn die damals gemachten Aufbauten sind natürlich mittlerweile komplett entfernt. So gegen 16:00 Uhr bin ich zurück und lege mich in den Campingstuhl und lese ein bisschen. Die Sonne scheint zu stark und ich verziehe mich in den Schatten. Gegen 18 Uhr koche ich mal wieder was. Mett mit Zwiebeln angebraten, dazu Tomaten, Bohnen und Mais und dann Reis. Schmeckt ordentlich und es bleibt was übrig für den nächsten Tag. Die Sonne verschwindet recht schnell hinter den Bergen und es wird empfindlich kühl. Ich ziehe mich in den Wagen zurück und lese ein Buch über einen Radtrip/Pferdewagentrip durch Neuseeland.
Morgen geht es dann denn Ridge Track entlang. Sollte 7.5 Km sein und 3h für eine Richtung dauern.
Morgen geht es dann denn Ridge Track entlang. Sollte 7.5 Km sein und 3h für eine Richtung dauern.
Zweiter Tag in Wellington
Der Jörg ist doch eher ein Schönwetter Mensch. Am heutigen Samstag morgen sieht das Wetter gar nicht gut aus. Die Nacht über hat es kräftig geregnet und auch ein Blick raus aus dem Wagenfenster sieht nicht gut aus. Dicke Wolken, Sprühregen, ein ziemlich kräftiger Wind und ziemlich herbstliche Temperaturen. Ich frühstücke erstmal, telefoniere mit Beate und entschließe mich noch einen Tag in Wellington zu bleiben, statt bereits heute in den Kaitoke National Forest Park zu fahren. Diesmal mit langer Hose, Kapuzenjacke und Wanderschuhen ausgerüstet, wollte ich eher Museen und Galerien besichtigen. Bin dann auch erst gegen 10 Uhr in der Stadt und im Gegensatz zum Freitag ist noch nicht viel los. Viele Geschäfte haben noch geschlossen. Als erstes gehe ich in die Old St. Paul´s Cathedral. Eine wirklich von innen meisterhaft erhabene Kirche (komplett aus Holz). Es vielen dann auch einige Sonnenstrahlen durch die Fenster und die sich dadurch ergebene Beleuchtung sah einfach toll aus. Danach dann ein paar Meter weiter zum Haus des Premierministers (also dem Äquivalent zum Bundeskanzler). Ein völlig unscheinbarer Häuschen ohne sichtbare Überwachung durch Polizei oder ähnliches. Endlich haben dann auch einige Geschäfte auf und ich kaufe zwei CD´s mit Rock Kompilationen. Den der Radio Empfang ist meistens sehr schlecht und oft eben wie in Deutschland der übliche Pop Mix. Den leckeren Mud Cakes, denen ich unterwegs begegne, kann ich auch nicht widerstehen. Hey, und das Wetter hat sich erheblich verbessert. Zwar immer noch kühl und windig, ist doch der Himmel nur zu etwa der Hälfte bedeckt. Ändere also mein Programm und mache einen Bootsausflug nach Days Bay. Der Strand dort soll ein beliebter Badestrand sein. Ups, das ist aber dann doch eine sehr positive Beschreibung. Der Strand ist vielleicht 500 m lang, 3 Meter breit und direkt dahinter liegt die Hauptverkehrstrasse. Nun ja, ich wandere etwas durch den Ort, der wirklich sehr hübsche (allerdings auch teure Häuschen) beherbergt. Um 15 Uhr nehme ich das nächste Schiff zurück. Mittlerweile ist die Sonne wieder voll da. Binde die Kapuzenjacke auf den Rucksack, krempele die lange Hose hoch. Die Wanderschuhe werde ich leider nicht los. Die Hafenpromenade hat es mit angetan. Wandere diesmal weit hinaus bis zur Oriental Bay. Dort dann endlich vernünftiger Sandstrand. Ich lege mich für eine Stunde hin und genieße die Ruhe. Dann wieder zurück zum Courtenay Plaza und das Kinoprogramm gecheckt. Aber leider nur Filme die ich schon kannte oder mich nicht interessierten. Also erstmal ein irisches Bier in einer Kneipe getrunken und dann gegen 20:30 zurück zum Campground.
Jetzt am Sonntag morgen ist es draußen super. Fast schon herbstlich kühl, aber sonnig. Werde also so bis spätestens 9:00 Uhr den Ort hier verlassen, dann etwas einkaufen und mein Ziel ansteuern, welches nur ca. 40 Km entfernt liegt.
Jetzt am Sonntag morgen ist es draußen super. Fast schon herbstlich kühl, aber sonnig. Werde also so bis spätestens 9:00 Uhr den Ort hier verlassen, dann etwas einkaufen und mein Ziel ansteuern, welches nur ca. 40 Km entfernt liegt.
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